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Seit 2009 beschäftige ich mich – als ehemals selbst Betroffene – immer wieder mit dem Thema „Kinder in und aus alkoholbelasteten Familien“. Die Suche nach Informationen gestaltete sich in Österreich – besonders in Bezug auf die kleinen Kinder – als schwierig bis aussichtslos. Tatsächlich schienen sie die „Vergessensten der Vergessenen“ zu sein.

Das Interesse an einer enttabuisierenden und präventiven Arbeit dazu war dadurch bei mir geweckt und bei derzeit etwa 180.000 bzw. ca. 900.000 betroffenen Kindern allein in Österreich, die in einem kranken Familiensystem leben (müssen), gibt es viel zu tun.

Aus Interesse wurde Handeln.

Und nun bin ich hier.

Es freut mich, dass Sie meine Website besuchen.

Ja. Ich weiß. Es ist viel zu lesen auf meiner Website. Es ist ja auch ein großes Thema. Es ist ein eminent wichtiges Thema. Denn es geht um Kinder. Ich habe die ersten zwölf Jahre meines Lebens mit einem alkoholabhängigen, psychisch erkrankten sowie gewalttätigen Vater verbracht. Und. Ich habe bereits als Jugendliche mit dem Gesetz des mir auferlegten Schweigens gehadert und es schon früh als meine Verantwortung gesehen, meine Erfahrungen der Kindheit dazu zu nutzen, auf die Situation der aktuell betroffenen Kinder hinzuweisen, hinzusehen – meine unveränderbare Vergangenheit für die viel zu vielen Betroffenen der Gegenwart zu (hoffentlich) etwas Hilfreichem werden zu lassen. Auch wenn das Wegsehen und das die-Vergangenheit-Ruhen-lassen für mich oftmals viel leichter wäre, werde ich immer wieder daran arbeiten, etwas Positives zu erreichen. Und ja. Manchmal brauche ich eine Pause und muss den Mantel der Familienkrankheit Alkoholismus ablegen – jedoch nur, um wieder neu Anlauf zu nehmen, um weiterzumachen.

2019 habe ich begonnen, meine Familiengeschichte (und mehr) in Worte zu fassen. Und ja. Kurz war der Gedanke da, das Manuskript an Verlage zu senden. Jedoch, es gibt so viele Autor:innen und Schriftsteller:innen, die so grandios gut schreiben, dass ich mir über die Aussichtslosigkeit eines eigenen Buches rasch bewusst geworden bin und beschlossen habe, das Manuskript doch besser zu kürzen und einzusprechen. Laienhaft, ich weiß. Jedoch sagte mir kürzlich jemand: „Better done, than perfect.“ Das habe ich mir zu Herzen genommen. Und ich freue mich, wenn Sie mir trotzdem zuhören mögen. Weil es vielleicht wichtig sein könnte.

Aus dem Kein-Buch:
Die Gesichter. Hinter der Fassade von Alkohol und Gewalt. Eine Familiengeschichte. Und mehr. ©Autorin/Sprecherin: Sabine Schütz

01|Fakten und Wahrnehmungen

02|Ein Familiensystem

03|Mama

04|Fragmente einer Kindheit

05|Kindertage

06|Papa

07|Familienkrankheiten und ein Anliegen

08|Irgendwie

09|Trotzdem

10|Nachhall

Wenn ich zukünftig mit dieser Website für ein kleines Kind erreiche, eine stabile und unterstützende Bezugsperson an seiner Seite zu haben oder ich ein erwachsenes Kind aus einer Alkoholikerfamilie dazu motivieren kann, für sich selbst Hilfe zu suchen, dann habe ich schon viel erreicht.

Mein Dankeschön:
Mit großartiger Unterstützung von Freunden (vor allem bei Holger mag ich mich besonders bedanken – denn gäbe es ihn nicht, gäbe es diese Website nicht. #holgermyangelonerth) konnte ich viele meiner Ideen genau so umsetzen, wie ich mir das eben vorgestellt habe. Vielen Dank für eure Hilfe – vielen Dank für euch. Besonders bedanken mag ich mich auch bei den Druckereien, die mir immer wieder ermöglichen, dieses Thema auch außerhalb des Internets öffentlicher zu machen. Und besonderer Dank gilt „meinem“ Literaturverein Literaturschiff.at für die Kooperation, um die betroffenen Kinder sichtbarer zu machen.

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Photo by Roman Kraft on Unsplash